Archiv der Kategorie: Radreisen

Erlebnis Oder-Neiße-Radweg

Der Oder-Neiße-Radweg ist mein Lieblingsradweg. Deshalb haben wir mehrere Varianten auf unserer Radreisen -Seite im Angebot. Ich bin diesen Radweg schon zweimal gefahren undRadreisen Oder-Neiße-Radweg ich weiß, dass noch einige Male hinzu kommen werden.
Vielleicht sollte ich zurerst die Frage stellen, warum mir dieser Radweg so gut gefällt. Für uns endet der Radurlaub immer mit einer Woche Urlaub auf der Sonneninsel Usedom. Ein weiterer Grund ist der Radweg selbst, der wie hier zu sehen fast durchgehend asphaltiert ist und durch Wiesen und Wälder führt. Für mich geht der Oder-Neiße-Radweg durch verträumte Landschaften, wo man richtig abschalten kann.
Unsere Reisezeit ist immer der Juni, weil wir da meist Glück mit dem Wetter haben. Bei unserer ersten Tour 2007 hatten wir bis hinter Frankfurt fast immer 25-30 Grad und 2014 hat es das Wetter auch gut mit uns gemeint bei 18-22 Grad. Regen? Ja, auch das gab es, aber nur wenige Schauer.
Von unserer ersten Tour habe ich unter dem Titel „Mit dem Fahrrad zur Ostsee“ berichtet.
Heute möchte ich nun von unserem zweiten Erlebnis auf dem Oder-Neiße-Radweg berichten.

Erlebnis Oder-Neiße-Radweg

1. Tag Zittau – Ostritz – Kloster St. Marienthal – Görlitz ca. 40 km (14.06.)
Der Himmel ist bewölkt und es sind ca. 15 Grad. Wir starten 09.52 Uhr in Dresden-Klotzsche. Der Zug nach Zittau ist gut gefüllt und es stehen bereits 7 Räder im Zug. Da unsere Räder nicht sicher allein stehen, bleiben wir bis Eibau im Zug neben unseren Rädern stehen. Auf der Fahrt gibtErlebnis Oder-Nieße-Radweg es kurze Schauer, naja so lange wir im Trocknen sitzen ist das egal. Pünktlich 11.28 Uhr erreichen wir Zittau. Zittau empfängt uns mit Sonne. Bei unserer ersten Tour haben wir uns wenig Zeit für die Sehenswürdigkeiten genommen. Diesmal sind wir ganz langsam an den Sehenswürdigkeiten vorbei geradelt. Man sollte sich für die Stadt schon etwas Zeit nehmen. Besonders die Altstadt ist für einen Bummel empfehlenswert. An der Neißebrücke bei Hirschfelde stand wieder der Bäckerwagen wie 2007. Hier musste erst einmal ein Stopp eingelegt werden und lecker Kleckselkuchen verspeist werden. Frisch gestärkt ging es nun durch das Erlebnis Oder-Neiße-Radwegherrliche Neißetal zum Kloster St. Marienthal. Dieses Stück Radweg gefällt mir besonders gut, weil sich der Waldweg nah entlang der Neiße schlängelt. Im Kloster St. Marienthal legen wir einen Stopp ein. Das sollte jeder tun, denn im Kloster gibt es viel zu sehen und es hat auch eine Geschichte zu erzählen
St. Marienthal ist das älteste Frauenkloster des Zisterzienserordens in Deutschland das seit der Gründung 1234 besteht. Nach der Reformation übernahmen die Äbte von Kloster Neuzelle die Visitationen. (Neuzelle werden wir auf unserer Radreise auch noch besuchen.) 1683 Erlebnis Oder-Neiße-Radwegereigneten sich mehrere Brände, welche die Klosteranlage schwer zerstörten. 1685 begann man mit dem Wiederaufau im böhmischen Barock und es dauerte bis 1744. 1728 ließ Äbtissin Klara Mühlwenzel auf dem Schutzberg einen Kreuzweg errichten. Der Kreuzweg ist eine Folge von 14 Bildern und stellen Leiden und Tod von Jesus Christus dar. 2001 beginnt man mit der Restaurierung des Kreuzweges und 2002 findet die Neu-Weihe statt.
Beim Kloster St. Marienthal befindet sich der östlichste Weinberg Deutschlands. Bis ins 19. Jh. wurde dieser am Südhang es Klosters bewirtschaftet. Durch Reblausbefall zwischen 1870-90 wurde der Weinberg niedergebrannt und als Viehweide und zum Obstanbau genutzt. 1986 fanden sich 8 Familien die den Weinberg pachteten und die Terrassen neu herrichteten. Jedes Jahr im Oktober findet im Kloster St. Marienthal ein Weinfest statt, wo auch der Weinkeller besichtigt werden kann.
Während unserer kleinen Besichtigung des Klosters begann es kurz zu tröpfeln. Kein Problem dort konnten wir uns ja unterstellen. Oder-Neiße-RadwegUnser Weg ging weiter über kleine Landstraßen vorbei an Alleen und Feldern. Die Wolken ziehen und Sonne und Tropfen wechseln. Die wenigen Tropfen empfinde ich als erfrischend. So erreichten wir den Stadtpark von Görlitz. Weiter an der Neiße entlang in Richtung Görlitz. Hier wollten wir übernachten. An der Pension Obermühle fahren wir vorbei, weil sie noch vor der Stadt liegt und ich nach der Radtour keine Lust mehr hatte erst in die Stadt zu laufen. In Görlitz entdecken wir an der Neiße die Pension picobello. Ich Oder-Neiße-Radwegfrage nach Quartier. Ja, aber nur noch unterm Dach mit Etagedusche. Wir schauen weiter, kehren aber nach einiger hierher zurück und erwischen das vorletzte Zimmer. Während wir uns Stadtfein fürs Abendessen machen, geht das erste Gewitter nieder. Gegen 18.30 Uhr begeben wir uns auf Suche nach einem Restaurant zum Abendessen und es tröpfelt wieder. Die ersten zwei Versuche scheitern, im dritten Restaurant bekommen wir den Tisch für eine Stunde. Aber das reicht uns ja zum Abendessen.
Anschließend bummeln wir durch die Stadt und suchen einen Platz in der Sonne für ein Bierchen zum Abschluß des Tages. Tja die Sonne hatte sich auf die polnische Seite zurück gezogen. Wir überqueren die Neißebrücke und finden den Platz an der Sonne direkt in einem Restaurant am Neißeufer mit Blick auf den Dom. Danach geht es zurück in die Pension, um für den nächsten Tag wieder fit zu sein.

Görlitz – ist die östlichste Stadt Deutschlands. Es lohnt sich den historischen Stadtkern zu besichtigen, denn die Stadt ist im zweiten Weltkrieg fast unzerstört geblieben, so daß es heute ein Ensemble von über 3500 Baudenkmälern gibt. Die Innenstadt ist geprägt von spätgotsichen, Renaissance- und Barockbürgerhäusern, sowie ausgedehnte Gründerzeitviertel im Umkreis der Altstadt. Für Görlitz sollte man unbedingt Zeit zum besichtigen einplanen.

2. Tag Görlitz – Bad Muskau 67 km (15.06.)

Der Tag startet mit Sonne und ca. 15 Grad. Nach einem guten Frühstück in der Pension starten wir in Richtung Bad Muskau. Es geht über mehr oder weniger befahrene Straßen erstmal nach Zodel. In Zodel steht die Taufkirche von Traugott Gerber. Er war war Mediziner und Botaniker und Namensgeber der Gerbera. Die wenig befahrene Straße geht weiter nach Zentendorf, vorbei an der Kulturinsel Einsiedel.

Die Kulturinsel Einsiedel ist ein Abenteuerfreizeitpark besonders für Familien. Man kann da auch übernachten z.B. in Baumhäusern. Näheres dazu im Blog
Für uns kam diese Übernachtungsmöglichkeit noch zu früh am Tag. Die Sonne begleitet uns auf dem Weg nach Rothenburg. Hier legen wir einen kurzen Stopp ein und schauen ob es das Hotel noch gibt, wo wir 2007 übernachtet haben. Das Gebäude ist restauriert wurden, aber Hotel ist es nicht mehr.
Rothenburg/Oberlausitz ist die östlichste Kleinstadt Deutschlands und gleichzeitig eine der ältesten Städte der Oberlausitz. Rothenburg liegt am Oder-Neiße-Radweg, dem Frosch-Radweg und dem Wolfsradweg. Die Stadt wurde wahrscheinlich Ende des 12. Jh./Anfang des 13 Jh. gegründet und 1268 erstmal urkundlich erwähnt. Noch bis in der zweiten Hälfte des 17. Jh. wurde in Rothenburg sorbisch gesprochen.Erlebnis Oder-Neiße-Radweg Bei Rothenburg
Wir verlassen diese etwas verschlafene,idyllische Städtchen und fahren weiter an der Neiße entlang. Diesmal legen wir einen Stopp im Luftfahrtmuseum bei Rothenburg ein.
Erlebnis Oder-Neiße-Radweg Luftfahrtmuseum RothenburgDas Luftfahrtechnische Museum Rothenburg wird von einem Verein betrieben,welcher 2017 25-jähriges Bestehen feiert. Von Ostern bis Oktober kann man es täglich besichtigen. Auf dem Freigelände können 15 Flugzeuge und Hubschrauber besichtigt werden. In einem Hubschrauber und einer MiG 21 kann man selbst Platz nehmen und fotografieren ist auch kein Problem.
Bei herrlichen Sonnenschein essen wir gleich am Flugplatz im Restaurant „Zum Airport“ auf der Terrasse zu Mittag und eine leckere Fassbrause, welche an Kindertage erinnert, löscht den Durst. Dabei beobachten wir wie Segelflieger starten.
Der Flugplatz Rothenburg wurde in den sechziger Jahren gebaut und von der NVA zur Jagdflieger Ausbildung genutzt. Die Segler wurden nicht von einem Flugzeug nach oben gebracht, sondern mit einem Seil. Diese 3000m lange Seilauslegestrecke für Höhenwindstarts ist eine Besonderheit des Fluplatzes.
Es geht weiter und wir fahren immer in der Nähe der Neiße auf asphaltierten Wegen. In Pechern legen wir einen kleinen Stopp ein um die wunderschöne Fachwerkkirche zu fotografieren. Weiter geht unsere Fahrt entlang der Neiße durch Wälder und Wiesen. Eine herrliche Ruhe empfängt einen, bevor wir Bad Muskau erreichen. Diesmal unser Tagesziel. Wir müssen nicht lange suchen und finden in der Pension Parkstübl eine schöne Unterkunft. Nachdem wir uns stadtfein gemacht haben, gehen wir auf Nahrungssuche und finden einen schönen Biergarten. Die Sonne meint es weiterhin gut mit uns, so daß wir noch einen Verdauungsspaziergang durch den Fürst-Pückler-Park machen.
Fürst-Pückler-Park ist mit 830qm der größte Landschaftspark in Zentraleuropa im englischen Stil. Zu einem Drittel liegt der Park auf der sächsischen seite in Bad Muskau und zwei Drittel östlich der Neiße auf der polnischen Seite, nördlich der Stadt Leknica.Der Park ist durch mehrere Brücken miteinander verbunden. Der Park gehört zum Weltkulturerbe. Hauptattraktion ist das Schloss Bad Muskau. Wir sind durch den Muskauer Park geschlendert, vorbei am Marstall, dem Kavaliershaus zum Schloss.
Den Tag lassen wir im wunderschön gestalteten Innenhof der Pension ausklingen.Dabei fiel uns auf, daß wir die letzten zwei Tage nur wenige Kilometer voran gekommen waren. Morgen mussten wir länger in Pedalen treten um das Ziel Samstag auf Usedom zu schaffen.
3. Tag Bad Muskau – Neuzelle 88 km (16.06.)
Gut geruht und nach einem vortrefflichen Frühstück starteten wir in den Tag. Heute sollte Neuzelle das Ziel sein, welches wir 2007 links liegen gelassen hatten. Es wird ein langer Tag werden, aber als Belohnung winkt mindestens ein Glas „Schwarzer Abt“. Frisch gestärkt und bei Sonnenschein radeln wir los. Hinter Bad Muskau geht es erstmal auf kleineren Straßen weiter, hinter Pusack fahren wir wieder in Sichtweite der Neiße. Der Weg ist asphaltiert und es geht durch Wald und Wiesen nach Klein Badelmeusel und Groß Bademeusel.
Das sind die Abschnitte des Radweges die mir besonders gefallen, den asphaltierten Damm entlang, ein leises Lüftchen weht und die Vögel zwitschern. Das ist für mich Erholung. So erreichen wir Forst. Diesmal nehmen wir uns die Zeit und besichtigen den Rosengarten. Bei herrlichen Sonnenschein und in der Blütezeit der Rosen ist hier ein Stopp ein Muss.
Ostdeutscher Rosengarten Forst – hat ein Fläche von 17 Hektar und beherbergt 900 Rosensorten. 1913 fand eine Rosen- und Gartenbausstellung zum 25-jährigen Thronjubiläum von Kaiser Wilhelm II. statt und daraus ging dann der Rosengarten hervor. Der Park gliedert sich in Rosenpark, Wehrinselpark und Reisigwehrinsel.
Weiter geht es und wir radeln vorbei am Wasserkraftwerk Grießen. Langsam wird es Zeit für eine Mittagspause. In Guben geht es über die Neißebrücke nach Gubin und wir finden eine Gaststätte mit Biergarten und lassen uns das Mittag schmecken. Nachdem wir Guben hinter uns gelassen haben lockt eine Wiese zur Mittagsruhe und so legen wir eine Pause ein und lassen uns von der Sonne bescheinen. Unsere Tour an der Neiße endet langsam, wir nähern uns Ratzdorf an der Oder-Neiße-Mündung. Nach einem Fotostopp verlassen wir hier den Oder-Radweg und fahren nach Neuzelle. Das letzte Stück des Weges wird für mich anstrengend, denn es geht mehrmals bergauf. Geschafft nach 88 km suchen wir nicht lange nach einer Unterkunft und finden noch ein Zimmer im Haus Adler vom Landhotel Prinz Albrecht. Fix frisch gemacht und dann in den Gasthof zum Abendessen. Wir haben Glück das wir noch einen Platz bekommen, denn es lief das Fussball-WM Deutschland – Portugal im Fernsehen. Zum leckeren Essen gab es natürlich „Schwarzen Abt“.
4. Tag Neuzelle – Lebus 57 km (17.06.)

Die Sonne weckte uns auch an diesem Morgen. Nach einem guten Frühstück überließ ich meinem Mann (er hatte das Kloster besichtigt, als er allein von Usedom nach Bad Muskau gefahren ist) das Tasche packen und ging mit Fotoapparat bewaffnet zum Kloster Neuzelle. Neben dem Kloster befindet sich auch die Brauerei wo das leckere Schwarzbier gebraut wird.

1589 haben die Neuzeller Klosterbrüder von Kaiser Rudolf II. die Erlaubnis erhalten ihr Bier im Umland zu verkaufen. 1892 brannte die Brauerei bei einem schweren Brand nieder und 1902 wieder aufgebaut. Nach Wende gab es Streit ob sich der „Schwarze Abt“ Bier nennen darf, denn nach dem Reinheitsgebot darf kein Zucker hinzugefügt werden. Für mich ist gerade der Zucker ausschlaggebend, daß der „Schwarze Abt“ so lecker ist.
Nun aber weiter ins Kloster Neuzelle nebenan. Im Innenhof war ein Teil abgesperrt, weil restauriert wurde.

Zurück zum Hotel auschecken und wir radelten los. Hinterm dem Kloster ging es in Richtung Oder-Radweg, vorbei an Feldern erreichten wir den Radweg. Leider war alles gesperrt. Das waren die Auswirkungen des letzten Hochwasser. Ich hatte keine Lust nach Neuzelle zurück zufahren und die Straße nach Eisenhüttenstadt zu nehmen. Wir fanden einen Feldweg der parallel zum Oder-Radweg verlief. Allerdings möchte ich diese Strecke nicht weiter empfehlen, da es teilweise nur ein Pfad war. Durch eine Gartenkolonie schoben wir unsere Räder und fanden so auf den Oder-Radweg Oder-Neiße-Radweg Eisenhüttenstadtzurück. An der Brücke von Eisenhüttensstadt kurzer Fotostopp um die Altstadt zu fotografieren. Langsam fahren wir durch die Altstadt. Die Altstadt von Eisenhüttenstadt ist das ehemalige Fürstenberg. Aus der Stadt raus sehen wir vom Radweg meilenweit als Begleitung das Eisenhüttenkombinat Ost heute ArcelorMittal Eisenhüttenstadt GmbH. Der Radweg wird wieder zu dem, was mir so gut gefällt, asphaltierter Damm bzw. Strecke neben dem Damm, viel Landschaft und kaum Leute. Kurz vor Aurith liegen massenweise Muscheln auf dem Radweg. In Aurith müssen wir einen Stopp einlegen, weil dort der Bäckerwagen Station macht. In Frankfurt hat sich seit der letzten Fahrt etwas getan, die Streckenführung ist verändert worden, so daß man nicht mehr auf stark befahrenen Straßen fahren muss bzw. gibt es einen Radweg neben der B-Straße. Was gleich geblieben ist, ist der Anstieg nach Lebus hinauf. Das soll unser Tagesziel werden. In unserer Pension von 2007 ist leider kein Platz mehr. Also radeln wir zurück, weil wir am Wegesrand eine Pension gesehen haben. Aber alles war zu. Am Ortsausgang entdecken wir ein Werbeschild mit der Telefonnr. einer Pension. Ich rufe an und wir haben Glück und bekommen ein Zimmer. An der Pension angekommen, stellen wir fest, daß wir vorhin schon mal da waren. Wir übernachten im Bikers Inn. Abendessen gibt es wieder im „Oderblick“, lecker und mit Blick auf den Fluss ist das ein perfekter Tagesausklang.
5. Tag Neuzelle – Hohenwutzen 73 km (18.06.)
Wir wurden mit Sonnenschein begrüßt und nach dem Frühstück starteten wir. Der Weg nach Küstrin führt auf oder dem Deich entlang und es rollt. Am Fischereihof in Küstrin legen wir eine kleine Getränkepause ein.
In Küstrin beginnt das Oderbruch, es ist ca. 60 km lang und 10-156 km breit. Das Oderbruch war früher Sumpfland und wurde jährlich von der Oder überflutet. Die verstärkte landwirtschafliche Nutzung vorallem der höher gelegenen trockenen Gebiete begann mit der Machtübernahme der brandenburgischen Markgrafen. Friedrich II. ließ im 18. Jahrhundert die planmäßige Trockenlegung des Oderbruch zur Landerweiterung realisieren. Das Flussbett und die verzweigten Nebenarme wurden an die östliche Grenze des Oderbruchs verlegt. Deichanlagen sollten Überschwemmungen schützen.
Es ging wunderschön auf oder neben dem Damm entlang. Die Mittagszeit rückte näher aber bis Kienitz war es noch ein ganzes Stück. Der Radführer hatte in Nieschen eine Gaststätte vermerkt. Also dahin, leider Ruhetag. Über Genschmar fuhren wir nach Zechin, aber auch da war Ruhetag. Klasse, warum müssen alle Gaststätten am gleichen Tag Ruhetag haben? Auch in Sophienthal war Oder-Neiße-Radweg KienitzRuhetag und so fuhren wir wieder zum Damm und in Kienitz gab es dann endlich Mittag. Da die Handyverbindung in der Gegend schlecht war, telefonierten wir von der Gaststätte aus und ich machte gleich Quartier für den heutigen Tag in Hohenwutzen und für den nächsten Tag in Penkun. Frisch gestärkt radelten wir weiter. Allerdings hatte ich mit Gegenwind zu kämpfen. Mein Mann war mir meilenweit voraus, dafür stand bei der Kaffepause schon alles für mich bereit. Oder-Neiße-Radweg HohenwutzenBis Hohenwutzen ging es weiter auf dem Damm, welcher an der Pension „Oderblick“ endet, wo wir übernachteten. Abendessen gab es um die Ecke in der Gaststätte „Fuchsbau“. Da dort auch gleich ein Getränkehandel kauften wir und noch ein Schlückchen für den Absacker in der Pension. Der Abend klang bei einem Gläschen und netten Gespräch mit anderen Radwanderern im „Oderblick“ aus.
6. Tag Hohenwutzen – Penkun 75 km (19.6.)
Heute meinte es das Wetter nicht so gut mit uns. Es war bewölkt bei ca. 15 Grad. Nach einem guten Frühstück radelten wir durch Hohenwutzen. In Hohensaaten begann es zu tröpfeln.
Ein Fotostopp an der Schleuse in Hohensaaten musste sein. Hinter Hohensaaten gibt es einen für uns neuen Weg auf dem Damm der sich gut radelt. Wir entdecken einen Aussichtturm mit Blick über das Oderbruch, allerdings können wir heute nicht sehr weit schauen, bei dem wolkenverhangenen Himmel. Kurz vor dem Aussichtsturm gibt es eine Abzweigung nach Criewen. Der Weg auf dem Damm ging weiter, wahrscheinlich bis Schwedt. Wir wollten aber nochmal im Lenne-Park Criewen und dem Eiscafe gleich neben dem Park halt machen. Die Wolken werden immer dunkler und wir machen gleich erstmal Stopp im Eiscafe. Es regnet mal wieder, wenn wir hier sind. Also bestellen wir lecker Eis und ich eine Russische Schoklade. Die Schoklade konnte ich nicht austrinken, bei dem Alkoholgehalt fühlte ich mich nicht mehr fahrtauglich. Zum Glück fuhren wir auf dem Radweg bis Schwedt und es rollte richtig gut mit Rückenwind. Diesmal geht der Radweg nicht durch die Stadt, sondern auf Nebenstraßen entlang. Bis Gartz rollte es mal mehr mal weniger, je nachdem ob Gegenwind oder Rückenwind. In Gartz legten wir erstmal eine Mittagspause ein, denn danach folgte für mich die Bergwertung des Tages. Beim letzten Mal hatte ich so meine Schwierigkeiten, weil es immer wieder bergauf und bergab ging. Diesmal war ging es besser, denn ich hatte das schalten gelernt. Hinter Mescherin erwischte uns der Regen und wir waren froh in Penkun in der „Fahrradtankstelle“ Quartier gefunden zu haben und aus den nassen Klamotten raus zu kommen. Von der Wirtin erfuhren wir, daß die Fähre von Ueckermünde nach Usedom wegen Hochwasser zur Zeit nicht fährt. Da die Wettervorhersage auch nicht berauschend war, änderten wir den Plan. Unsere Tochter war am nächsten Tag mit unserem Auto auf dem Weg nach Usedom. So wurden wir in Penkun eingesammelt und eine Woche Usedomurlaub folgte.

Das Fazit nach zweimal Oder-Neiße-Radweg lautet:
– diesen Radweg immer wieder
– beim Nächstenmal werde ich über Veranstalter buchen, damit die Suche nach den Quartieren aufhört, weil vieles schon belegt ist bzw. das Telefonieren bei schlechten Empfang in der Pampa aufhört
und wir uns nur noch auf das Radfahren konzentrieren können.
– der Juni ist  wettermäßig günstig

Bildnachweis: Elke Karl