Erlebnis Saaleradweg

Ab aufs Rad hieß es 2017 wieder. Unsere letzte Radwanderung war 2014 auf dem Oder-Neiße-Radweg. In der Zwischenzeit haben wir Ferienhausurlaub mit Fahrrad gemacht.

2016 wurde mir der Umstieg auf ein E-Bike nahe gelegt, weil ich meinem Mann nicht folgen konnte und er ständig auf mich warten musste. Nee – ich will nicht, dafür bin ich noch zu jung. Es gab ne Probefahrt und nach dem ersten Hügel, meinte ich – gekauft. Da ich nicht ständig motorisiert fahren wollte, habe ich ein E-Bike wo ich auch ohne Hilfe radeln kann. Jetzt konnte ich mithalten und Fotostopps einlegen ohne mit hängender Zunge hinterher radeln zu müssen.

Wo sollte es nun hin gehen? Wir entschieden uns für den Saaleradweg. Dieser wird sportlich ambionierten Radfahrern empfohlen und heute weiß ich weshalb. Bei der Angebotssuche fand ich kein Angebot, welches die Strecke von der Quelle bis zur Mündung beinhaltet. Quartiere hatten wir keine gebucht, daß war teilweise etwas blauäugig. Dafür hatten wir die Freiheit zu entscheiden, ob nach 40 oder 60 km Schluß ist. So starteten wir im Juni 2017 zu unserem Erlebnis Saaleradweg.

Erlebnis Saaleradweg

Jetzt starten wir zum Erlebnis Saaleradweg

1. Tag – 10.06.2017 – 47 km

Von Dresden mit der Bahn bis Münchberg

Die Räder sind bepackt und wir starten von zu Hause in Richtung Dresden-Hauptbahnhof. Im Zug finden wir problemlos Platz für unsere Räder. Wegen Bauarbeiten fuhr der Zug über Riesa statt Chemnitz. In Riesa kamen noch 4 Räder dazu. Hoffentlich schaffen wir in Hof das Umsteigen in 4 Minuten.

Erlebnis Saaleradweg

Die Landschaft zieht an uns vorüber und wir freuen uns auf den Urlaub. In Hof müssen wir nun umsteigen. Das erweist sich dann doch nicht ganz so einfach. Beim Aussteigen klappt alles noch ganz gut, weil wir das Fahrrad ohne groß zu heben raus fahren können. Der Zug nach Münchberg fährt gleich nebenan. Allerdings müssen wir aufpaasen, denn der Regionalzug bestand aus zwei Teilen. Ein Zugteil fuhr nach Nürnberg und der andere in Richtung Lichtenfels. Zugteil gefunden. Nun kam das Einsteigen. Das Fahrrad musste regelrecht in den Zug gehieft werden. Puuuuh geschafft – schon ging es los.

Pünktlich erreichen wir Münchberg. Der Bahnhof ist fahrradunfreundlich, nur Treppen und diese ohne Schiebmöglichkeit für Räder und Fahrstuhl natürlich auch nicht. Dabei wird der Bahnhof als Ausgangspunkt zur Saalequelle empfohlen.

Erlebnis Saaleradweg

Auf zur Saalequelle

Die Sonne lachte, die Wolken zogen und auf gings. Nach der Bahnunterführung kam schon der erste Berg. Bloß gut, daß ich mit dem E-Bike unterwegs war. So konnte ich die Steigung mühelos überwinden und der Gegenwind machte mir auch nichts aus. Unser Weg führte über Mussen, Mecklenreuth nach Kleinlosnitz. Es rollte bergauf und bergab und der Belag wechselte von Asphalt, über Schotter zu Kies und Waldweg. Die Fahrt war herrlich Feldern, Dörfer und Wiesen zogen an unserem Auge vorbei.

Saaleradweg – Zell im Fichtelgebirge

In Zell im Fichtelgebirge kam die erste Herausforderung, da wurde es richtig steil. Ich schaffte es geradeso im Sattel zu bleiben. Mit dem schalten am Berg muss ich noch üben. Mein Mann zollte dem Berg Tribut und schob das Rad. Auf dem Bild sieht man leider nicht viel von dem steilen Berg. Es war keine offene Gaststätte am Wegesrand für die Mittagspause zu finden. Schade, denn Hunger macht böse.

So fuhren wir weiter in Richtung Quelle. Der Waldweg zur Quelle ist steil und bei Nässe auch rutschig. Hier musste ich sogar das letzte Stück mein E-Bike schieben. Zum Glück habe ich eine Schiebehilfe, denn das schwere Gepäck hatte natürlich ich. Pause an der Quelle mit zum Luft holen nach dem Anstieg. Jetzt können wir uns auf den den Heimweg machen, denn das Ziel Saaleqelle hatten wir ja erreicht.

Erlebnis Saaleradweg
Saale-Quelle

Es geht nach Hause

Der Mittagshunger trieb uns voran und wir suchten eine Gaststätte. Leider ohne Erfolg. Wir fuhren über Reinesreuth in Richtung Sparneck und dann weiter nach Bug. Bei der Berg- und Talfahrt boten sich herrliche Ausblicke auf die Landschaft mit sanften Grün und dem Wolkenspiel.

Wieder bergauf bis nach Oppenroth. Dort hatten wir gegen 15 Uhr endlich Glück. Der Gasthof „Zur Burgruine“ hatte noch Mittagstisch und wir stärkten uns bei Ritterschnitzel und Sülze…. sehr lecker.

Gut gestärkt fuhren wir weiter über einen Schotter-Kiesweg in Richtung Förbau. Nachdem wir die Berge erklommen hatten, bot sich ein herrlicher Blick auf den Förmitz-Speicher. Es ist eine Talsperre, welche aus der Förmitz, einem Nebenfluss der Saale gespeist wird.

Erlebnis Saaleradweg
Saaleradweg – Blick zum Förmitz-Speicher

Nachdem wir die Aussicht genossen hatten rollte es wunderbar bergab. Wir verpassten einen Wegweiser und sind erstmal in Richtung Rehau unterwegs gewesen. Moderner Technik sei Dank – das Navi half uns wieder auf den rechten Weg in Richtung Schwarzenbach.

Genussregion Oberfranken

Die Region um Schwarzenbach an der Saale gehört zur Genussregion Oberfranken. In dieser Region gibt es die meisten Brauereien, Metzgereien und Bäckerein der Welt, gemessen an der Einwohnerzahl. In mehr als 200 Brauereien werden über 1000 Biere gebraut.

Auf dem Weg dahin fuhren wir endlich neben der Saale. Nach einem kurzem Fotostopp in Schwarzenbach rollten wir in Richtung Hof. In Fattigau gab es etliche Gasthöfe teilweise sogar mit Brauerei. Schade das wir vor kurzem erst zu Mittag gegessen hatten. Also weiter.

Mein Fotostopp in Oberkotzau brachte mich dazu, daß mein Mann davon radelte. Es dauerte für mich gefühlt eine Ewigkeit bis ich ihn eingeholt hatte.

Erlebnis Saaleradweg

Kurz vor Hof hatte ich es geschafft. Puuuuh…. Wir bogen vor Hof zum Untreusee ab. Das sollte vor Hof der erste Versuch sein eine Übernachtung zu finden. Für heute war es genug, obwohl es nur 46,7 km waren. Auf dem Oder-Neiße-Radweg fahren wir mehr Kilometer, meistens zwischen 60-90 km. Der Saaleradweg ist bergiger und wenn ich kein E-Bike gehabt hätte, wäre ich noch vor der Saale-Quelle umgekehrt.

Wir hatten Glück und bekamen noch ein Zimmer im Seehotel. Ein gemütliches Abendessen mit Seeblick rundete den Tag ab. Beim Bierchen ließen wir den Abend ausklingen und beobachten die Hasen am See. Morgen ist Sonnenschutz angesagt, denn auf den Unterarmen zeichnet sich ein Sonnenbrand ab.